Wettbewerbsrepertoire - Komponistinnen (5)

Clara Schumann (1819-1896) war die Tochter Friedrich Wiecks, der ursprünglich Theologie studiert hatte, in Leipzig einen Musikalienhandel betrieb und sich einen Namen als Klavierlehrer gemacht hatte. Ihre Mutter Marianne Wieck geb. Tromlitz, selbst Kind einer Musikerfamilie, galt als begabte Pianistin und trat als Solistin mit dem Gewandhaus Orchester auf. Nach der Scheidung der Eltern 1824 zog die Mutter nach einer zweiten Heirat nach Berlin, weshalb die Treffen mit der Tochter eher selten waren, jedoch unterstützte sie diese und blieb durch einen regen Briefwechsel mit ihr im Kontakt. Clara erhielt bei ihrem Vater und den besten Lehrern Leipzigs, Dresdens und Berlins eine erstklassige pianistische und musiktheoretische Ausbildung, lernte verschiedene Sprachen und wurde in Religion unterwiesen. Mit neun Jahren gab sie ihr Debut mit dem Gewandhaus Orchester, vom Vater organisierte Konzertreisen führten sie durch Deutschland, Frankreich und Österreich, wo sie den Titel königlich-kaiserlichen Klaviervirtuosin erhielt. Die junge Pianistin  traf auf, spielte für und wurde bewundert von Größen wie Goethe, Paganini, Louis Spohr, und Musikern der jüngeren Generation wie Chopin, Liszt und Mendelssohn. Vater Wieck war stets sehr auf die Karriere seiner Tochter bedacht, seine tyrannischen Züge verwandelten sich jedoch teils in Grausamkeit. So auch hinsichtlich der Hochzeit mit Robert Schumann, welcher der Vater seine Zustimmung verweigerte. Nach vor Gericht ausgetragenen Streitigkeiten heiratete Clara 1840 Robert Schumann, den sie seit ihrer Kindheit kannte und für den sie ihre ganze Jugend hindurch geschwärmt hatte. Mit Schumann, der damals höchstens als Herausgeber der Neuen Zeitschrift für Musik in Fachkreisen bekannt war, hatte die international berühmte Pianistin acht Kinder, gab dennoch ihre Konzerttätigkeit nicht auf, komponierte und gab Klavierunterricht. Auch auf musikalischer Ebene war das Ehepaar sehr verbunden, so spielte Clara nicht nur nahezu alle Uraufführungen der Klavierwerke ihres Mannes, sondern sie studierten auch gemeinsam Partituren und arrangierten Werke. Diese gemeinschaftlichen Betätigungen bewirkten neben dem direkten Einfluss Roberts einen Wandel ihres kompositorischen Stils. Obwohl ihr Mann sie stets als Komponistin unterstützte und sich auch um das Verlegen ihrer Werke – großteils Kunstlieder und Klavierwerke – kümmerte, blieb bei Clara das Komponieren doch hinter ihrer Pianisten-Karriere und Familie zurück. Nachdem der schon seit Jahren psychisch kranke Robert Schumann 1854 nach einem Selbstmordversuch in die Nervenheilanstalt eingewiesen wurde, wurde Clara zunächst der Kontakt zu ihrem Mann verweigert und sie sah ihn nur noch während der letzten Tage vor seinem Tod 1856. Als Witwe gab Clara das Komponieren vollständig auf und widmete sich wieder verstärkt dem Konzertieren, um für die Kinder sorgen zu können. Gleichzeitig setzte sie sich für Roberts Schaffen ein und veröffentlichte mit Hilfe von Johannes Brahms die erste Gesamtausgabe seiner Werke, transkribierte eine Vielzahl seiner Klavier- und Vokalkompositionen und publizierte seine Jugendbriefe.

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