Wettbewerbsrepertoire II

Im diesjährigen Wettbewerbsrepertoire finden sich gleich zwei Komponistinnen französischer Herkunft: Cécile Chaminade und die rund 35 Jahre jüngere Lili Boulanger. Diese beiden herausragenden Persönlichkeiten wollen wir heute vorstellen:

Cécile ChaminadeCécile Chaminade wurde 1857 in eine wohlhabende Pariser Familie als Tochter einer Musikerin geboren. Sie hatte von Kind an eine außerordentliche musikalische Begabung. Bereits mit 8 Jahren schrieb sie erste Kompositionen, mit 14 Jahren konnte die bereits eigne davon veröffentlichen. Im Alter von 20 Jahren debütierte sie als Pianistin in der berühmten Salle Peyel. Während ihre Mutter das Talent der Tochter zunächst förderte, versagte ihr der Vater jedoch eine spätere intensivere musikalische Ausbildung. Dieser hatte ein traditionelleres weibliches Rollenbild, dem Cécile aber dennoch nicht gerecht werden wollte. Sie war weiterhin als Konzertpianistin auf, eine Ehe ging sie erst im Alter von 43 Jahren ein, die zudem kinderlos blieb. Die Musik war ihre Herzensangelegenheit, ihr maß sie den größten Stellenwert bei. Nach dem Tod des Vaters entwickelte Chaminade zudem einen ausgesprochenen Geschäftssinn und komponierte zunehmend einfachere Lieder, und Melodien in kleinerer Besetzung für den Unterricht und den Hausgebrauch, die sich erfolgreich verkaufen ließen. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges war sie regelmäßig als Konzertpianistin zu hören. Erst anschließend setzte sich nach und nach zur Ruhe. Als sie 1944 starb, hinterließ sie etwa 400 Kompositionen, darunter eine Fülle an Liedern und Melodien für Gesang und Klavier.

Lili BoulangerAls 1893 Lili Boulanger, ebenfalls in Paris, das Licht der Welt erblickte, wurde ihr die Musik quasi „in die Wiege gelegt“. Als Kind einer Musikerfamilie genoss sie, im Gegensatz zu Chaminade, von früh an eine fundierte Ausbildung, aufgrund gesundheitlicher Probleme jedoch eher unregelmäßig. Sie begann ebenfalls im zarten Alter von 7 Jahren mit ersten Kompositionen, 1909 begann sie ein Kompositionsstudium am Pariser Konservatorium. Mit nur 19 Jahren gewann sie als erste Frau den „Prix de Rome“ für ihre Kantate „Faust et Hélène“. Den mit der Auszeichnung verbundenen Aufenthalt in der Villa Medici in Rom konnte sie aus gesundheitlichen Gründen erst im März 1914 antreten und musste ihn nach wenigen Monaten mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges schon wieder unterbrechen. Von 1915 an widmete sich Lili Boulanger bis zu ihrem Tode karitativen Aufgaben zugunsten der in den Kriegsdienst eingezogenen Kollegen des Konservatoriums -eine Aufgabe, aus der sie Kraft schöpfen konnte. Ab 1916 verschlechterte sich Lilis Gesundheitszustand rapide. Im Wissen um ein nahes Ende versuchte sie, bereits begonnene Kompositionen, hauptsächlich die religiösen, zu vollenden. Ihr letztes großes Werk, die Oper „La princesse Maleine“ nach dem lyrischen Drama von Maurice Maeterlinck, blieb allerdings Fragment. Lili Boulanger starb am 15. März 1918 im Alter von nur 24 Jahren. Ihr Œuvre umfasst neben überwiegend sakralen Vokalwerken Klaviermusik, Kammermusik und einige Orchesterwerke.

 

Abb.1: Cécile Chaminade 1857-1944, gemeinfrei, Quelle: Wikipedia
Abb. 2: Lili Boulanger (1893-1918), gemeinfrei, Quelle: Wikipedia

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