Wer war Ludwig Thuille?

Ludwig Thuille wurde 1861 in Bozen geboren und als Waisenkind von der Witwe des seinerzeit berühmten Komponisten Matthäus Nagiller musikalisch gefördert. 1877 lernte Thuille den nur drei Jahre jüngeren Richard Strauss kennen, dessen Eltern mit der Familie Nagiller gut bekannt waren. Es entwickelte sich eine tiefe Freundschaft, die bis zum frühen Tod Ludwig Thuilles im Jahr 1907 Bestand haben sollte und die zumindest noch im Briefwechsel mit Richard Strauss dokumentiert ist. Als Briefpartner von Richard Strauss ist uns der Name Ludwig Thuille denn heute auch noch am ehesten bekannt.

1879 siedelte der 18-Jährige Thuille nach München über, um dort an der Königlichen Musikschule u.a. bei Joseph Rheinberger Komposition zu studieren. Bereits ein Jahr nach seinem Abschluss an der Musikschule wurde Thuille dort selbst als Lehrer für Klavier und Harmonielehre angestellt und 1888 zum Professor ernannt. Nach dem Tode Rheinbergers (25. November 1901) wurde Thuille 1903 dessen Nachfolger als Professor für Komposition. Als äußert gefragter Lehrer betreute Thuille im Laufe seines recht kurzen Lebens über 200 Schüler. Diese Arbeit schlug sich vor allem im Verfassen einer maßstabsetzenden Harmonielehre nieder, die Thuille zusammen mit dem Musikschriftsteller Rudolf Louis verfasste und die lange Jahre zu den Standardwerken der musiktheoretischen Ausbildung gehörte. Thuille erlebte die Veröffentlichung seines Werks allerdings nicht mehr: Im Februar 1907 starb er im Alter von erst 45 Jahren an plötzlichem Herzversagen.

Gemeinsam mit den mit ihm befreundeten Komponisten Richard Strauss, Max Reger und Max von Schillings prägte Thuille um die Wende zum 20. Jahrhundert die sogenannte Münchner Schule. Sein kompositorisches Schaffen, das deutlich von der Spätromantik geprägt ist, umfasst fünf Bühnenwerke, eine Sinfonie, ein Klavierkonzert, Chöre, Lieder und Kammermusik.

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Sehr schön. Sind gespannt !!!

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