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Die Donau - im Altertum Danubius und im Unterlauf Ister,
deutsch Donau, slowakisch Dunaj, ungarisch Duna,
serbokroatisch und bulgarisch Dunav, rumänisch
Dunàrea, ukrainisch Dunay: Dieser mächtige Strom
verbindet 10 Länder des Europäischen Kontinents in Mittel- und
Osteuropa miteinander: Deutschland - Österreich - Slowakei - Ungarn -
Kroatien - Serbien - Rumänien - Bulgarien - Moldawien - Ukraine. Von
jeher verband der Strom Menschen und Kulturen, wohnten und wohnen doch an
den Ufern von Danubius (Römer), Donau (Deutsche), Dunaj (Tschechen),
Duna (Ungarn), Dunav (Serben), Dunaw (Bulgaren), Dunaj rea (Rumänen),
Dunai (Russen und Ukrainer) mehr Völker mit unterschiedlichen
Sprachen, Brauchtum und Religionen als an irgendeinem anderen Fluß der
Welt. Er war Weg nach Europa (für Magyaren und Osmanen) und Weg aus
Europa hinaus (zum Beispiel für die Kreuzfahrer). Menschen trennte er
freilich auch und brachte sie doch wieder zusammen, denn niemand am Strom
blieb von dem unberührt, was seine Nachbarn unternahmen.
Die Donau ist der einzige größere europäische Fluß, der den Kontinent von Westen nach Osten durchfließt. Nach der Wolga (3.570 km) ist es der längste Strom Europas (2.840 km) mit dem zweitgrößten Einzugsgebiet.
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Sie war die geographische Grenze gegenüber Römern, Habsburgern
und Osmanen, aber auch Glaube und Überzeugungen haben immer wieder
Sperrlinien geschaffen. Eine Grenze ist die Donau heute noch, doch haben
ihre Barrieren das Trennende weitgehend verloren. Immer wieder drangen
fremde Völker in den Donauraum ein, wurden seßhaft wie die Ungarn,
die aus der Geschichte europäischer Freiheitskämpfe nicht mehr
wegzudenken sind, oder hinterließen, wie die Türken, kulturelle
Spuren und gleichwohl viele bis heute ungelöste Fragen. Mit dem
Osmanischen und dem Habsburgischen Reich sah der Donauraum zwei
Staatsgründungen, wie es sie in Europa nie wieder geben sollte. Der
Fluß bot dabei nicht nur den Raum für die Entstehung
großflächiger Staaten, er gab auch ihrer Ausbreitung Richtung
und verband die unterschiedlichen Reichsteile miteinander. Als aber in den
unterworfenen Völkern das Gefühl der Eigenständigkeit
erwachte, war die Zeit übernationaler Großstaaten abgelaufen.
Sie lösten sich in einem langen, schmerzhaften und den Frieden
Europas und der Welt gefährdenden Prozeß wieder auf. Verschwanden
sie auch von der Landkarte, so wirken viele Probleme bis in die Gegenwart
nach. Nach den »Türkenkriegen« zwischen dem aufstrebenden
Habsburg und dem noch immer mächtigen Osmanenreich zogen vor allem
von Ulm aus Deutsche auf der Donau in eine neue Heimat, der sie ihre
eigene und unverwechselbare Prägung gaben.
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Die Donau ist seit dem Altertum eine wichtige Verbindung zwischen Westeuropa
und dem Schwarzen Meer. Im 3. Jahrhundert n. Chr. bildete sie die Nordgrenze
des Römischen Reiches, im Mittelalter dienten die an der Donau errichteten
Städte als wichtige Handelszentren. Bei den Kreuzzügen nach Byzanz
(Konstantinopel) stellte der Fluß einen bevorzugten Weg dar; später
erleichterte er den Vormarsch der Türken nach Mittel- und Westeuropa, der
gegen Ende des 14. Jahrhunderts begann. Im 19. Jahrhundert gewann die Donau
wieder als internationale Handelsstraße an Bedeutung, wurde gar zur
wichtigsten Verbindung zwischen den aufstrebenden Industriezentren in
Deutschland und den landwirtschaftlich geprägten Gebieten auf dem
Balkan. Zu jener Zeit gehörte der größte Teil der oberen
und mittleren Donau zum Gebiet des österreichischen Kaiserreiches,
der Unterlauf zum Gebiet des zerfallenden Osmanischen Reiches. Mit der
Zurückdrängung der Türken und dem Verlust ihrer
Vorherrschaft über den Balkan versuchten Österreich und andere
europäische Mächte, Russland daran zu hindern, sich das
strategisch wichtige Donaudelta anzueignen. Durch die Bestimmungen des
Pariser Vertrags aus dem Jahr 1856 wurde eine Europäische Kommission
zur Kontrolle des Deltas eingerichtet, die allen Staaten, auch den
Nicht-Anrainerstaaten, das Recht der freien Schifffahrt garantierte.
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Im Jahre 1890 nahm die österreichische Regierung eine Reihe von
Verbesserungen im Bereich des Eisernen Tores, dem Durchbruchstal zwischen
Südkarpaten und Serbischem Erzgebirge, vor. Durch die Pariser
Donaukonvention von 1921 wurde eine endgültige Regelung, auch
Für den oberen Lauf, erzielt. Während des Zweiten Weltkrieges wurden
die Kommissionen von Deutschland, das von 1940 bis 1944 den gesamten Fluß
kontrollierte, entlassen. Nach dem 2. Weltkrieg war der Rechtsstatus der
Donau umstritten. Der Bau des Gabcíkovo-Staudammes in der
südlichen Slowakei, der in den achtziger Jahren begonnen wurde,
änderte den Lauf des Flusses und führte in den neunziger Jahren
zu politischen Spannungen
zwischen Ungarn und der Slowakei. Der Staudamm war ursprünglich ein
gemeinsames Projekt der Tschechoslowakei, Ungarns und Österreichs, jedoch
zogen sich Österreich und Ungarn unter dem politischen Druck von
Umweltschutzverbänden und anderen Gruppen aus dem Projekt zurück. Die
Slowakei beendete den Bau des Staudammes trotz heftiger Proteste der
ungarischen Regierung, die eine Neufestlegung der Grenze zwischen den beiden
Staaten unter Berücksichtigung der Verlegung des Flußlaufes
forderte.
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Die bedeutensten Städte an der Donau sind Ulm, Regensburg und Passau
(Deutschland), Linz und Wien (Österreich), Bratislava (Slowakei),
Budapest (Ungarn), Belgrad (Serbien) sowie Galati und Bràila
(Rumänien).
Nicht nur als landschaftsprägendes Naturdenkmal, sondern auch als Wasserstraße - die Donau ist bis Bràila mit Seeschiffen befahrbar, und Flußschifffahrt ist auf einer Länge von etwa 2.575 Kilometern vom Delta bis Kelheim möglich (von den 300 Zuflüssen der Donau sind überdies ungefähr 60 schiffbar) - und als Energiequelle durch zahlreiche Staustufen und Kraftwerke ist die Donau von unermesslichem Wert. Kanäle verbinden die Donau mit dem Main, dem Rhein und der Oder.
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Die wichtigsten Zuflüsse der Donau sind, nach der Reihenfolge ihrer Einmündung, Lech, Isar, Inn, Morava, Váh, Raab (Ràba), Drau, Theiß, Save, Siret und Pruth. Die Strecke von Donaueschingen bis Wien wird als Oberlauf, das Teilstück zwischen Wien und dem Eisernen Tor Mittellauf und das von dort bis zur Mündung Unterlauf genannt. Charakteristisch für den Lauf der Donau ist der Wechsel von Beckenlandschaften und Durchbruchtalstrecken. Im Oberlauf kommt es zur Donauversinkung, bei dem Donauwasser unter anderem dem Rhein unterirdisch zufließt. Durchschnittlich an 100 Tagen im Jahr versickert das gesamte Donauwasser an diesen Stellen (1921 führte der Fluß dort an 309 Tagen überhaupt kein Wasser), das Flußbett fällt trocken, das Wasser fließt unterirdisch in Karsthöhlensystemen, um über das Flüßchen Aach (Aachquelle) den etwa 35 km entfernten Bodensee zu erreichen. | |||
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Bis Regensburg fließt die Donau nach Nordosten und bildet die Grenze
zwischen Alpenvorland im Süden und Schwäbischer und
Fränkischer Alb im Norden; dann biegt sie am Rande der Böhmischen Masse nach Südosten um und schneidet etwa
ab Passau in deren randliche Gebiete ein. Nach Durchfließen des Tullner
Feldes erfolgt der Durchbruch zum Wiener Becken, das der Strom bei Hainburg
an der Donau durch die Ungarische Pforte wieder verläßt; die Donau spaltet
sich in mehrere Arme auf, die die Große und Kleine Schütt umschließen und
sich bei Komárno wieder vereinigen. Bei Vác wird die Laufrichtung um 90 Grad
nach Süden geändert (Donauknie).
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Die Donau umfließt nun das Große Ungarische Tiefland und wird
von der Fruska gora in südöstlicher Richtung abgedrängt. Im
Eisernen Tor durchbricht sie das karpatische Gebirgssystem, tritt dann in
die Walachei ein und bildet östlich von Galati ein 4.300 Quadratkilometer
großes Delta. Das Mündungsdelta der Donau besteht aus Marsch- und
Sumpfgebieten mit einigen baumbestandenen Erhebungen und stellt ein
bedeutendes, unbesiedeltes Naturreservat dar. Das Schwarze Meer nimmt
schließlich den mächtigen Strom in sich auf.
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